Norman, der Minister und ein PDA


Am 12. Juni fand in der Hochschule Mittweida (nähe Chemnitz) die Auszeichnung der Sieger des Sächsischen Informatikwettbewerbes 2004 statt. Dieser Wettbewerb gliedert sich in zwei Stufen. Die erste ist die Schulstufe, die zweite und auch schon letzte die Landesstufe. Mit mehr als 5000 Teilnehmern ist es der größte landesweite Wettstreit, an dem Schüler der Mittelschulen und Gymnasien Sachsens teilnehmen. Unterstützt wurde er unter anderem durch die Firmen AMD Saxony, Infineon Technologies, Robotron Datenbank-Software und IBM Deutschland, die auch die Preise sponserten.

Als einziger Schüler aus dem Kreis Kamenz hatte es der 16jährige Norman Freudenberg von der Mittelschule Pulsnitz geschafft, eine Einladung zu erringen. Schon diese war eine Überraschung, denn es wurden nur die drei besten Schüler jeder Jahrgangsstufe aus dem gesamten Freistaat eingeladen. Zum Informatikwettbewerb angemeldet hatte sich Norman eigentlich nur so zum Spaß, weil eine Liste aushing. Dass der Wettbewerb für ihn so enden würde, hätte er sich zu diesem Zeitpunkt nicht träumen lassen. Wer es durch die Großbaustelle Mittweida bis zum Grunert de Jácome Bau der Hochschule geschafft hatte, für den begann um 10.00 Uhr die Veranstaltung. Nach einer kleinen musikalischen Einstimmung durch Sandra Wagner, eine eher zierliche Schülerin der 11. Klasse des Städtischen Gymnasiums Mittweida mit um so größerer Stimme, erfolgte die Begrüßung durch den Rektor der Hochschule. Daran schloss sich das Grußwort des stellvertretenden Bürgermeisters an. Auch der Schirmherr des Wettbewerbes, der Staatsminister für Kultus Prof. Dr. Karl Mannsfeld, ließ es sich nicht nehmen, persönlich ein paar Worte an die jungen Informatiker und ihre Förderer zu richten. 

Traditionell seit Beginn des Wettbewerbes im Jahre 1997 stand dann ein Fachvortrag, diesmal über „Non-standard Datenbank-Anwendungen", an. Dabei wusste sogar mancher Lehrer nicht recht, worauf der etwas zerstreut wirkende Professor eigentlich hinaus wollte. Nach der letzten Ansprache durch Herrn Lutz Krause vom Organisationskomitee des Wettbewerbes erfolgte die Ehrung der Sieger. Man konnte förmlich sehen, wie bei ihnen die Anspannung ins Unermessliche stieg: Es wurde mit den Fingern Yoga gemacht und einige saßen schon ganz hibbelig auf ihren Stühlen. Diese Aufregung erfasste auch den Pulsnitzer Norman Freudenberg, doch als er endlich erfuhr, dass er es geschafft hatte und Sachsenmeister war, konnte man bei ihm die Freude und Erleichterung nur schwer übersehen.

Auszeichnung durch den Staatsminister für Kultus des Freistaates Sachsen 
Als Preis erhielt er vom Kultusminister einen PDA, einen Computer im Westentaschenformat mit diversen Bürofunktionen. Dies wird ihn zwar nicht davon abhalten können, den Großteil seiner Freizeit wie üblich vor dem großen Computer zu sitzen und zu zocken. Aber vielleicht legt er seinen PDA jetzt an Stelle seines Hausaufgabenheftes beim Lehrer auf den Tisch? Norman hätte damit sicher kein Problem. Wohl eher die Lehrer...

 


Gruppenbild aller Preisträger mit dem Rektor der FH Mittweida (hinten links) und dem Staatsminister für Kultus (hinten rechts)
Norman: rechts vor dem Minister

Die Preisträger der 9. Klassen (Mittelschule)
Norman: rechts

Text und Fotos: Katja Garten (SZ Kamenz)

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