Pulsnitzer Mittelschüler „im Gefängnis“

Im Rahmen des Geschichtsunterrichtes unternahmen die Schüler der 10. Klassen der Ernst – Rietschel – Mittelschule Pulsnitz am Dienstag, dem 13. Januar 2004, eine Exkursion in das Gefängnis Bautzen II, das als Sonderhaftanstalt der Staatssicherheit der DDR eine traurige Berühmtheit erlangt hat und jetzt eine Gedenkstätte ist. Von 1965 – 1989 wies die Stasi ca. 2.700 Menschen nach Bautzen II ein, Staatsfeinde der DDR wie Republikflüchtlinge oder Kritiker des SED – Regimes. Die Häftlinge wurden zumeist nachts in unauffälligen Fahrzeugen nach Bautzen gebracht und oftmals in langjähriger Einzelhaft isoliert und streng von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Und das alles geschah mitten im idyllischen Stadtkern von Bautzen. Eine grausame Haftanstalt, eingebettet in einer noblen Wohngegend mit Villen, Parks, Schulen, Geschäften und einer Kirche. In einer beeindruckenden und kurzweiligen Führung durch Fahrzeugschleusen, Zentraltrakte, Arrestzellen bis hin zu den Freiganghöfen wurden uns Haftschicksale vorgestellt. Wir erfuhren von Leidenswegen von Frauen und Männern, die sich dem Zwang des DDR – Regimes nicht anpassen  wollten und dafür Jahrzehnte ihres Lebens unter menschenunwürdigen Bedingungen ins Gefängnis gesperrt wurden.

 

Fazit:

Anschaulicher kann Unterricht über Diktatur und Opposition in der DDR nicht geboten werden. Der Besuch in der Sonderhaftanstalt der Staatssicherheit in Bautzen hat uns tief beeindruckt.

[zurück]