Culture on the road- von Punks, "Böhzen Onkelz", Techno, Gothik und anderen Kulturen -Am 2. Juli 2008 erlebten Schülerinnen und Schüler aller achten und neunten Klassen gemeinsam einen Schultag der ganz anderen Art. Dieser Tag stand unter dem Motto "culture on the road" - Kulturen unterwegs, der vom Berliner "Archiv der Jugendkulturen e.V." gestaltet und von der Bundestagsabgeordneten des Bündnis 90/Die Grünen Frau Monika Lazar unterstützt wurde. Dieser Tag begann nicht erst am Mittwoch acht Uhr mit der Begrüßung der Schülerinnen und Schüler und der Berliner Mitarbeiter durch den Schulleiter Herrn Thiele und Frau Lazar, sondern schon Monate vorher. Die Schüler erhielten einen Fragebogen, in welchem über 10 verschiedene Workshops aufgeführt wurden, die am Projekttag durchgeführt werden konnten. Darunter befanden sich unter anderem: |
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Die Schüler wählten selbstständig ihre Favoriten aus, mit welchem Thema sie sich im Juli auseinandersetzen wollen und so wurden bildeten sich die Workshops Gothic/Punk, Skinheads/Böhze Onkelz, Skaten, Streetdance, Breakdance sowie Digitale Musikproduktion. Jeder Workshop bildete seine eigene Gruppe, die 6 Stunden intensiv zusammen arbeitete. Geleitet wurde der Workshop von je zwei Teamern, die auch privat der jeweiligen Jugendkultur angehören. So leitete eben den Gothic-Workshop auch ein Punk und den Skate-Workshop zwei leidenschaftliche langjährige Skater. Ziele der Workshops waren unter anderem, dass die Schülerinnen und Schüler über die historischen Wurzeln der verschiedenen Jugendkulturen informiert worden. Durch die "originalen" Teamleiter konnte die Jugendkultur auch authentisch vermittelt werden. Über die Gesprächsthemen der Jugendkulturen setzten die Jugendlichen sich mit den politischen Einstellungen und auch geschichtlichen Ereignissen im Zusammenhang mit Rechtsextremismus auseinander. Den Schülern wurde beispielsweise vermittelt, welche Ursprünge die Skinheads haben, was es heißt, ein Rapper zu sein und das Gothic-Anhänger durch ihre Kleidung keine politische Meinung vertreten. Anschließend konnten sich die Schüler aus den Workshops Streetdance, Skaten, Digitale Musikproduktion und Breakdance praktisch erproben. Was diesen Tag für unsere Schüler außerdem besonders machte war die Tatsache, dass die Workshops von keinem Lehrer begleitet worden sind. Die Teamer und Schüler blieben unter sich. Um diese Konstellation wurde von Seiten des Archivs für Jugendkulturen ausdrücklich gebeten. Denn ihre Erfahrung zeigt, dass sich Schüler Fremden gegenüber eher öffnen, von ihren Ängsten, Sorgen und Gedanken berichten, wenn sich kein ihnen bekanntes Gesicht im Raum befindet. Parallel zu den Schüler-Workshops fand eine Lehrerfortbildung statt, in welcher unter anderem über die Hintergründe und Einstellungen der Gothic-Szene berichtet wurde, sowie Indizien bei Musikbands oder Markenkleidung, die auf eine rechtsextreme Einstellung hindeuten. Am Nachmittag fand ein "Runder Tisch gegen Rechtsextremismus in der Oberlausitz" im Ratskeller der Stadt Pulsnitz statt, zu welchem Frau Lazar unter anderem Schüler, Eltern, Lehrer, Bürgermeister und Stadträte, Vertreter der Polizei und der Kirche sowie Beratungsstellen aus der Oberlausitz eingeladen hat. Sehr viele Lehrer, Beratungsstellen und der Kreisjugendring sind der Einladung nachgekommen. In diesen zwei Stunden wurden die Ergebnisse der Workshops durch die Teamer vorgestellt und offen diskutiert. Es wurden allgemein zu beobachtende Phänomene, welche die heutige Jugend prägen, benannt, nach den Hintergründen für diese Entwicklung gefragt und Lösungsansätze zur Abwandlung dieser Erscheinungen überlegt. Eine wichtige Erkenntnis des gesamten Tages ist, dass vor allem ältere Schülerinnen und Schüler der Stadt Pulsnitz keinen sicheren Platz in ihrem Gemeinwesen vorfinden, an dem sie sich auch nach achtzehn Uhr treffen können, wo sie gemeinsame Aktionen planen und Anregungen hierfür bekommen. Mit dem Bau einer Skateranlage, die von jung und alt, von Mädchen und Jungen genutzt werden können, wäre ein großer Anfang getan. Am Ende des sehr ereignisreichen Tages waren sich alle Vertreter einig, dass dieser Tag ein sehr gelungener Tag für unsere Schule - insbesondere für unsere Schüler, und auch für unser Gemeinwesen war, der seine Früchte weit und lange tragen wird. Romy Wersch |
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