Was ist eigentlich eine Evaluation?

Evaluation (Evaluierung) bedeutet allgemein die Beschreibung, Analyse und Bewertung von Prozessen und Organisationseinheiten, insbesondere im Bildungsbereich, in den Bereichen Gesundheit und Entwicklungshilfe, der Verwaltung oder der Wirtschaft.

Evaluation kann sich sowohl auf den Kontext (Voraussetzungen, Rahmenbedingungen), die Struktur, den Prozess als auch das Ergebnis (Produkt) beziehen. Anders als Grundlagenforschung orientiert sich Evaluation an den konkreten Fragen von Entscheidungsträgern, z. B. in der Bildungspolitik und -verwaltung, aber auch von Lehrern, Schülern und Eltern. Damit ist sie auf ein breiteres Spektrum an Methoden angewiesen, um zeitgerecht hilfreiche Information bereit zu stellen.

Als pädagogischer bzw. andragogischer Fachbegriff meint Evaluation gemäß der Definition von J. Reischmann "das Erfassen und Bewerten von Prozessen und Ergebnissen zur Wirkungskontrolle, Steuerung und Reflexion im Bildungsbereich."

Gegenstand von Evaluation können Prozesse (Untersuchungsfrage: Wie läuft etwas ab?) und Outcomes (Untersuchungsfrage z. B. Was kommt heraus? Wie ist das Ergebnis?) aus dem Bereich der Mikrodidaktik ebenso wie der Makrodidaktik sein. Auch gesamte Programme können evaluiert werden.

Für eine Evaluation werden Daten methodisch organisiert erhoben und systematisch dokumentiert, um die Untersuchung, das Vorgehen und die Ergebnisse nachvollziehbar und überprüfbar zu machen.

Standardverfahren zur Datenerfassung sind Befragung, Beobachtung, Test, Fragebogen, und Materialanalyse. Als Datenquellen stehen interne (sind Teile des evaluierten Systems) und externe (stehen außerhalb) zur Verfügung.

Die Bewertung erfolgt durch den Vergleich der ermittelten Ist-Werte mit vorher explizit festgelegten und begründeten Soll-Werten (anzustreben sind dabei operationalisierte Zielformulierungen) anhand nachvollziehbar festgelegter Indikatoren. Dabei unterscheidet man Akzeptanzkriterien (Wie sind die Inhalte bei den Teilnehmern angekommen?), Lernkriterien (Kann der Inhalt von den Teilnehmern korrekt wiedergegeben werden?), Transferkriterien (Führt das Gelernte zu merkbaren Verhaltensänderungen der Teilnehmer?) und Ergebniskriterien (Kann man Veränderungen am Output der Teilnehmer feststellen?).

Evaluation soll bestimmte Gütekriterien erfüllen: neben den Grundvoraussetzungen didaktische Nützlichkeit und Objektivität sind dies Reliabilität, Validität, Ökonomie und Normierung. Mit der Forschung verbindet Evaluation das Bemühen um intersubjektive Überprüfbarkeit, allerdings untersucht sie konkrete Einzelfälle und ist stark praxisorientiert.

Evaluation dient der rückblickenden Wirkungskontrolle (z. B.: Zeigt eine Bildungsmaßnahme den angestrebten Erfolg?), der vorausschauenden Steuerung (Wie muss die Fortsetzung eines Kurses gestaltet, was an der Teilnehmer-Auswahl verändert oder wie der Dozent werden?) und / oder der Reflexion und dem Verständnis von didaktischen Situationen, Prozessen und Problemen.

Programmevaluation ist die systematische Gewinnung von Informationen über Merkmale, Aktivitäten oder Ergebnisse eines Programms, um dessen Bewertung zu ermöglichen, sei es als Grundlage, um das Programm zu beurteilen, seine Wirksamkeit zu verbessern oder die künftige Programmentwicklung zu orientieren (vgl. Hojnik 1998, unveröffentlichtes Skriptum).

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Evaluation

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