Wie
Pulsnitz zu seinem Stadtwappen kam 
Auf einer Jagd, die der Burgherr Bernhard von Pulsnitz mit dem Herrn von Kamenz in den Waldungen des Radewitz, unseres heutigen Keulenberges, hielt, stellte sich den Rittern ein Bär entgegen.
Die Hunde und die Bauern, nur mit Knüppeln bewaffnet, hatten ihn in die Enge getrieben. Schon hatte der Bär einige Hunde umgebracht und manch einen Bauer schwer verletzt. Jetzt stellte sich ihm der Ritter Bernhard entgegen. Aufrecht gehend kam der Bär ihm -furchtbar brüllend- mit vorgestreckten Pranken entgegen. Der Speerwurf des Ritters verletzte wohl das Tier, aber brachte es nicht zur Strecke. Um so wütender stürzte es sich nun auf den Angreifer und zerfleischte ihm die Linke. Da sprang einer der Herren von Kamenz herbei und stieß dem Tiere den Spieß tief in die Seite, so daß es mit fürchterlichem Gebrüll zu Boden stürzte und verendete. Bernhard von Pulsnitz zog mit der unverletzten Rechten sein Schwert und schlug dem Bären eine der Vorderklauen ab.
Zum Gedenken an diesen Kampf und an seine Rettung nahm der Ritter die Klaue mit nach Hause auf die Pulsnitzer Burg. Dort soll diese Klaue noch viele Jahrzehnte -so berichtet eine andere Überlieferung- bei besonderem Anlaß gezeigt worden sein. Ein Geschlecht nach dem anderen, von den ältesten Besitzern der Burg Pulsnitz an, hat sich diese Kunde von der Bärenklaue weitererzählt. Der Burggraf Hans von Wettin soll es gewesen sein, der sie symbolhaft auf goldenem Grunde in sein Stadtwappen setzte, als ,,seinem Markt Polsnitz" von Kaiser Karl IV. am 21. Mai 1375 das Stadtrecht verliehen wurde.
Die schwarze Bärenklaue auf goldenem Grund grüßt uns noch heute in unserer Stadtfahne. Sie ziert als Stadtwappen die Briefköpfe unseres Rates. Der Bär aber, dasWappentier, hockt noch heute sinnbildlich auf der Ernst-Rietschel Mittelschule.
Die Sage berichtet: "Im Ratskeller aber soll er von Zeit zu Zeit sogar schauerlich brummend sein Lied über die verlorene Tatze klagen."
In unserem neuerstandenen und so reich ausgestatteten Heimatmuseum finden wir die berichtete Sage trefflich im Bild dargestellt.